Bienen halten sich nicht an Ackergrenzen

Sehr beliebt und bislang frei von Gentechnik: der deutsche Raps-Honig. Bienen fliegen gerne die knallgelben Blüten der Rapspflanzen an und sammeln Nektar, aus dem später der Honig gewonnen wird. Seit 1994 gibt es in Deutschland Versuchsfelder, auf denen gentechnisch veränderter Raps angebaut wird. Doch Bienen unterscheiden im gelben Teppich der Raps-Blüte nicht zwischen gentechnisch veränderten und normalen Pflanzen. Wenn Imker ihre Völker nahe an solche Gen-Rapsfelder stellen, sammeln die Bienen auch den Pollen der genmanipulierten Pflanzen ein. Der Raps-Honig enthält dann ge n-technisch veränderte Bestandteile.

Der Beweis
Was theoretisch ohnehin auf der Hand liegt, wollte Greenpeace auch praktisch beweisen: Zusammen mit Imkern stellte Greenpeace im Mai 2002 ein Bienenvolk in einen konventionellen Raps-Acker. Das nächste Feld mit Gen-Raps war über 300 Meter entfernt: ein Gentechnik-Versuchsfeld der Firma Bayer in der Nähe des Dorfes Biere südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Im Honig, den diese Bienen produziert haben, konnten eindeutig gentechnisch veränderte Bestandteile aus dem Bayer-Versuchsfeld nachgewiesen werden. Mit den Untersuchungen des Honigs beauftragte Greenpeace das GeneScan Analytics-Labor in Bremen und das BioChem-Labor in Schleiden bei Bonn. In zwei Analysen wurden gentechnisch veränderte Bestandteile gefunden. Im spezifischen Nachweis konnte „SeedLink“ Raps nachgewiesen werden – genau der Raps, den Bayer für den Freisetzungsversuch in Biere verwendet.
 
Wahlfreiheit der Verbraucher untergraben
Zwar handelte es sich bisher „nur“ um einen Feldversuch von Greenpeace. Im deutschen Honig in Supermärkten konnte noch keine Genveränderung nachgewiesen werden. Doch der Versuch beweist: Sobald Gen-Raps in die Natur freigesetzt wird, kann dem Verbraucher Gen-Honig untergeschoben werden. Je mehr Versuchsfelder für Gen-Raps genehmigt werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass Gen-Honig unerkannt auf dem Butterbrot des ahnungslosen Verbrauchers landet.

Bisher ist die Freisetzung von Gen-Raps in Europa nur zu Versuchszwecken erlaubt. Die Ernte muss vernichtet und darf nicht als Lebensmittel oder Tierfutter verwendet werden. Die kommerzielle Aussaat von genverändertem Raps ist in Europa nicht zugelassen.

Doch Gen-Konzerne drängen darauf, den Anbau von Gen-Raps auch in Deutschland in großem Stil einzuführen. Sollte dies tatsächlich zugelassen werden, wird es schwierig, überhaupt noch Raps-Honig herzustellen, der keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthält. Die Wahlfreiheit der Verbraucher würde untergraben. Verbraucher, die Gentechnik ablehnen, müssten komplett auf Raps-Honig verzichten.

Wirksamer Verbraucherschutz muss verhindern, dass der Honig verunreinigt wird. Auch um die Natur zu schützen, muss die Ausbreitung von Gen-Raps verhindert werden. Einmal freigesetzt, ist Gen-Raps nicht kontrollierbar. Die einzige Chance, Verbraucher vor Gen-Raps selbst und Honig aus Gen-Raps zu schützen, ist daher, gentechnisch veränderten Raps gar nicht mehr in freier Natur anzupflanzen.

Kanadischer Raps-Honig bereits im Supermarkt
Greenpeace ließ im Juni 2002 in den GeneScan Analytics Labors in Bremen und Freiburg zwei Sorten kanadischen Rapshonig untersuchen: „Canadischer Raps-Klee Honig“ der Marke Biophar von der Firma Fürsten-Reform und „Clover Crest Kanadischer Kleehonig“ der Firma Breitsamer. In beiden Honigen wurden Be-standteile der drei Gen-Rapssorten „Roundup-Ready“, „SeedLink“ und „LibbertyLink“ gefunden. In allen drei Fällen handelt es sich um eingebaute Resistenzen gegen Pflanzenvernichtungsmittel. Keiner der Gen-Rapssorten ist in Europa zugelassen.

Gen-Raps im Honig

 

 
Bienen halten sich nicht an Ackergrenzen

Sehr beliebt und bislang frei von Gentechnik: der deutsche Raps-Honig. Bienen fliegen gerne die knallgelben Blüten der Rapspflanzen an und sammeln Nektar, aus dem später der Honig gewonnen wird. Seit 1994 gibt es in Deutschland Versuchsfelder, auf denen gentechnisch veränderter Raps angebaut wird. Doch Bienen unterscheiden im gelben Teppich der Raps-Blüte nicht zwischen gentechnisch veränderten und normalen Pflanzen. Wenn Imker ihre Völker nahe an solche Gen-Rapsfelder stellen, sammeln die Bienen auch den Pollen der genmanipulierten Pflanzen ein. Der Raps-Honig enthält dann ge n-technisch veränderte Bestandteile.

Der Beweis
Was theoretisch ohnehin auf der Hand liegt, wollte Greenpeace auch praktisch beweisen: Zusammen mit Imkern stellte Greenpeace im Mai 2002 ein Bienenvolk in einen konventionellen Raps-Acker. Das nächste Feld mit Gen-Raps war über 300 Meter entfernt: ein Gentechnik-Versuchsfeld der Firma Bayer in der Nähe des Dorfes Biere südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
 

 
Biene an Rapsblüten. © Nimtsch/Greenpeace.

 
Im Honig, den diese Bienen produziert haben, konnten eindeutig gentechnisch veränderte Bestandteile aus dem Bayer-Versuchsfeld nachgewiesen werden. Mit den Untersuchungen des Honigs beauftragte Greenpeace das GeneScan Analytics-Labor in Bremen und das BioChem-Labor in Schleiden bei Bonn. In zwei Analysen wurden gentechnisch veränderte Bestandteile gefunden. Im spezifischen Nachweis konnte „SeedLink“ Raps nachgewiesen werden – genau der Raps, den Bayer für den Freisetzungsversuch in Biere verwendet.
 
Wahlfreiheit der Verbraucher untergraben
Zwar handelte es sich bisher „nur“ um einen Feldversuch von Greenpeace. Im deutschen Honig in Supermärkten konnte noch keine Genveränderung nachgewiesen werden. Doch der Versuch beweist: Sobald Gen-Raps in die Natur freigesetzt wird, kann dem Verbraucher Gen-Honig untergeschoben werden. Je mehr Versuchsfelder für Gen-Raps genehmigt werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass Gen-Honig unerkannt auf dem Butterbrot des ahnungslosen Verbrauchers landet.

Bisher ist die Freisetzung von Gen-Raps in Europa nur zu Versuchszwecken erlaubt. Die Ernte muss vernichtet und darf nicht als Lebensmittel oder Tierfutter verwendet werden. Die kommerzielle Aussaat von genverändertem Raps ist in Europa nicht zugelassen.

Doch Gen-Konzerne drängen darauf, den Anbau von Gen-Raps auch in Deutschland in großem Stil einzuführen. Sollte dies tatsächlich zugelassen werden, wird es schwierig, überhaupt noch Raps-Honig herzustellen, der keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthält. Die Wahlfreiheit der Verbraucher würde untergraben. Verbraucher, die Gentechnik ablehnen, müssten komplett auf Raps-Honig verzichten.

Wirksamer Verbraucherschutz muss verhindern, dass der Honig verunreinigt wird. Auch um die Natur zu schützen, muss die Ausbreitung von Gen-Raps verhindert werden. Einmal freigesetzt, ist Gen-Raps nicht kontrollierbar. Die einzige Chance, Verbraucher vor Gen-Raps selbst und Honig aus Gen-Raps zu schützen, ist daher, gentechnisch veränderten Raps gar nicht mehr in freier Natur anzupflanzen.

Kanadischer Raps-Honig bereits im Supermarkt
Greenpeace ließ im Juni 2002 in den GeneScan Analytics Labors in Bremen und Freiburg zwei Sorten kanadischen Rapshonig untersuchen: „Canadischer Raps-Klee Honig“ der Marke Biophar von der Firma Fürsten-Reform und „Clover Crest Kanadischer Kleehonig“ der Firma Breitsamer. In beiden Honigen wurden Be-standteile der drei Gen-Rapssorten „Roundup-Ready“, „SeedLink“ und „LibbertyLink“ gefunden. In allen drei Fällen handelt es sich um eingebaute Resistenzen gegen Pflanzenvernichtungsmittel. Keiner der Gen-Rapssorten ist in Europa zugelassen.
 

 
Kanadischer Gen-Honig aus deutschem Supermarkt. © Piecha/Greenpeace.

 
Im Gegensatz zu Europa ist in Kanada die kommerzielle Freisetzung von Gen-Raps erlaubt. Dort wuchs er im Jahr 2000 bereits auf 2,6 Millionen Hektar, das sind ca. 53 Prozent der dortigen Raps-Anbaufläche. Der Anbau von Gen-Raps ist inzwischen rückläufig (2001: nur noch ca. zwei Millionen Hektar1).

Deutschland ist für Kanada der zweitwichtigste Honigmarkt nach den USA. Traditionell ist Kanada ein Exportland für Honig. Seit 1998 sind die Importe aus Kanada rückläufig. Die 1998 importierten 2.500 Tonnen Honig schrumpften bis 2001 auf 1.400 Tonnen2.

Kanadischen Honig findet man quasi in jedem deutschen Supermarkt. Bei Stichproben fand Greenpeace eine oder beide Sorten bei Spar, Metro, Tengelmann, Rewe und Edeka. Positiv reagierte die Firma Langnese: Sie teilte Greenpeace schriftlich mit, dass sie keinen kanadischen Honig mehr verwenden.
Das Problem des kanadischen Gen-Honigs ist den Behörden seit einigen Jahren bekannt:

   •  Schon im Januar 2002 fand Greenpeace bei Analysen von „Kanadischem
       Präriehonig“ Spuren des Gen-Raps „SeedLink“. Dieser Honig wurde auf 
       der Verbrauchermesse „Grüne Woche“ in Berlin verkauft – ohne
       entsprechende Kennzeichnung oder Warnung.
   •  Bereits in ihrer April-Ausgabe des Jahres 1998 warnte die Zeitschrift
       Ökotest vor den Verunreinigung von kanadischem Honig.

Die aktuellen Greenpeace-Analysen zeigen, dass die Firmen nicht gehandelt haben und nach wie vor Gen-Honig verkaufen.

Kennzeichnung von Gen-Honig ?
Da die genveränderten Bestandteile im kanadischen Honig in Europa nicht zulassen sind, fordert Greenpeace, dass diese Honigsorten gar nicht auf dem europäischen Markt verkauft werden dürfen.
Doch selbst wenn die Gen-Zutat in Europa erlaubt wäre, müsste der kanadische Honig bisher nicht gekennzeichnet werden. Denn für Honig besteht eine Gesetzeslücke: Gentechnisch veränderte Bestandteile in Lebensmitteln müssen zwar nach den Vorschriften der Europäischen Union gekennzeichnet werden. In der Logik des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist der Pollen im Honig aber als Tierfutter, nicht als Lebensmittel einzustufen. Grund: Die Biene habe den Honig ja „gefuttert“. Für genverändertes Tierfutter gibt es in der EU jedoch bisher keine Kennzeichnungspflicht. Absurd, denn bislang ist bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln ausschlaggebend, ob Gentechnik im Endprodukt nachweisbar ist. Verbraucherschutzministerin Künast muss diesen Missstand dringend ausräumen und für einen effektiven Verbraucherschutz sorgen.

Greenpeace fordert:
 

   •   Keine Freisetzung von gentechnisch verän¬derten Lebewesen 
   •   Kein Anbau von Gen-Pflanzen 
   •   Keine Gentechnik im Essen

1 Quelle: www.transgen.de/Anwendungen/Pflanzen/Zulassung 
               gen/raps_flaechen.html (nach Daten der ISAAA)
2 Quelle: Statistisches Bundesamt: Einfuhr Waren-nummer 04090000